Am 6. November machten wir (Horst Burkhard und Gerd Zipperer) uns auf den Weg ins fast 2.000 Kilometer entfernte Îsurăței. Der erste Stopp führte uns nach Cristian, ins Anwesen der GfC-Ostmission. Dort standen einige behördliche Anfragen und Unklarheiten an, die wir gemeinsam mit unserem Buchhalter Ghiță Morariu besprechen mussten. Wie gut, dass es Mitarbeiter wie Ghiță gibt, die sich mit unermüdlicher Geduld durch all die bürokratischen Anforderungen arbeiten!

Dankbar! Für unser Anwesen in Cristian und unsere Hauseltern Nelu und Dana Morariu.
Unser nächster Halt war Mărășești. Dort besuchten wir die Geschwister der „Biserica Creștină după Evanghelie Betel”, zu denen wir als GfC-Ostmission Deutschland nun schon seit zwölf Jahren Kontakt haben dürfen.

Unterwegs, nach Mărășești.

Biserica Creștină după Evanghelie Betel Mărășești
Die Gemeindeglieder – überwiegend Roma, hier „Lingurar“ genannt, also „die Löffelmacher“ – leben fast alle in einem Stadtviertel ganz in der Nähe des Gemeindehauses. Viele von ihnen leben in sehr schwierigen sozialen Verhältnissen. Die hohe Arbeitslosigkeit treibt viele ins Ausland, um Arbeit zu finden. Das bringt Segen und zugleich Herausforderungen mit sich: Zwar können manche dadurch ihren Lebensstandard verbessern, jedoch leidet die Gemeinde unter Überalterung, weil so viele junge Leute wegziehen.

Das Stadtviertel in Mărășești in welchem die meisten Gemeindemitglieder wohnen

das Handwerk der „Lingurar“ >die Löffelmacher<
Wir konnten zwei Brüder unterstützen, die sich mit einem kleinen Bauunternehmen selbstständig gemacht haben. Horst war ihnen mit seinem Fachwissen ein wertvoller Ansprechpartner. Für eine Schwester, die beim Roten Kreuz arbeitet, hatten wir verschiedene medizinische Utensilien dabei. Einer weiteren Familie konnten wir mit einer Nähmaschine helfen – echte Hilfe zur Selbsthilfe.
Am Samstagabend sowie in den Gottesdiensten am Sonntag durften wir mit dem Kostbarsten dienen, das wir dabeihatten: Gottes Wort.
Mit vielen Eindrücken, Informationen und Gebetsanliegen, die uns von den oftmals kaum vorstellbaren Lebensumständen der Geschwister berichtet wurden, fuhren wir am Montag weiter nach Îsurăței.

Holzhacken in Însurăței

Dort arbeitet Bruder Florin Ciornea unter den Roma. Er betreut mehrere christliche Gemeinden und ist zugleich staatlicher Beauftragter für die Roma-Minderheit in seinem Landkreis. Zudem führt er eine kleine Stiftung, die ein Afterschool-Projekt betreibt und zahlreiche bedürftige Familien unterstützt. Bei dieser Fülle an Aufgaben könnt ihr euch vorstellen, wie viel Gesprächsbedarf es gab.

Klassenzimmer Afterschool Projekt
Besonders beschäftigt Florin derzeit ein geistlicher Aufbruch in mehreren christlichen Zigeuner-Gemeinden der Region. Viele Gemeindevorsteher erkennen, dass ihnen und ihren Gemeinden das wahre Leben in Christus fehlt – und sie machen sich auf die Suche nach echter, reiner, biblischer Lehre. Noch am Abend unserer Ankunft wurde Florin von mehreren Vorstehern aufgesucht. Der Hunger nach gesunder Lehre, weg von einem „billigen“ Evangelium, ist groß. 🙏🏼🙏🏼🙏🏼
Am nächsten Tag packten wir mit an und halfen, rund acht Tonnen Feuerholz zu hacken. Zwei Tonnen davon konnten wir noch am selben Tag an zwei bedürftige Familien ausliefern. Eine dieser Familien lebt in einem sechsfamilien-Wohnblock ohne fließendes Wasser, ohne Strom und mit einer einzigen Gemeinschafts-Toilette im Hof. Hier erreicht die Hilfe wirklich die Ärmsten der Armen.
Auch das Afterschool-Projekt ist ein großer Segen: Die Zigeuner-Kinder – deren Eltern oft Analphabeten sind – erhalten dort am Nachmittag Nachhilfe, eine warme Mahlzeit, liebevolle Zuwendung und biblische Geschichten. Eine Arbeit, die jede Unterstützung wert ist. 🙏🙏
Schon begann unsere Rückreise. Nach einer erneuten Übernachtung in Cristian nahmen wir die fast 2.000 Kilometer unter die Räder und kamen durch Gottes Gnade wohlbehalten wieder zuhause an.

auf der Heimreise
Danke für jede Art von Unterstützung – besonders für eure Gebete!
Horst und Gerd






